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Die rasende Hamsterbacke: Der BMW E30 M3

admin 3. August 2009

Ja die gute alte Zeit, als ausgestellte Kotflügel, die Platz für breite Sportreifen auf leichtgewichtigen Alu-Felgen schaffen sollten, noch ein Zeichen technischer Notwendigkeit und somit in einer professionellen Liga spielten, sind endgültig und unwiederbringlich vergangen. Zu viele Polos mit Hosenträgergurten und 265er Bereifung hat man schon gesehen, deren Spurtvermögen einem wackeren Handwerker mit seiner Schubkarre in nichts nachstanden. Deshalb sind sie heute selten geworden, die dicken Autobacken, der Zeitgeist hat die exzessive Verwendung dieses Gestaltungsmittels gnadenlos abgestraft, man darf sich eigentlich in so einem Auto überhaupt nirgends und schon gar nicht bei Tageslicht sehen lassen.

Aber der gute alte E30 Dreier, dem bayrischen Erfolgstyp, gönnten die Verantwortlichen ebendiese Verbreiterungen in repräsentativer Größe, seine breitere Spur machten sie einfach notwendig. Es waren halt andere Zeiten, damals, als auch ein Spoiler für den nötigen Anpressdruck in den Geschwindigkeitsbereichen des sportlichen Hochadels sorgen mußte. Die BMW M-GmbH hatte dem damals kleinsten Modell der Bayern ordentlich Dampf gemacht und fast schien es, als ob dieser über die Kotflügel seinen Weg nach Draußen gefunden hätte. Unter Haube sorgte der bewährte Reihen-Vierzylinder für Vortrieb, für seinen Auftritt als Hans Dampf in allen Gassen war das gedrosselte Renntriebwerk mit 2,3 Litern Hubraum und Vierventiltechnik ausgestattet. Denn der BMW M3 sollte bei der DTM für Furore sorgen, das war sein eigentliches Einsatzgebiet, die “zivile” Variante entstand nur zur Homologation.

Deshalb wurde auch konsequent Gewicht gespart, die Aerodynamik verbessert und die Steifigkeit der Karosserie erhöht. Die 195 PS der ersten Serie hatten mit den 1.200 kg des Wagens leichtes Spiel. Der BMW M3 bot eine ungeheuer beeindruckende Portion Fahrspaß, die Operation, mit überschaubarem Aufwand aus einer sportlich orientierten Familienlimousine ein kompetentes Rennwerkzeug auf die Räder zu stellen, war der BMW M-GmbH überraschend gut gelungen. Und der neue Stern am Sportwagenhimmel erfreute sich größter Beliebtheit, auch bei denen, die leider nicht in den Besitz eines originalen BMW M3 kommen konnten. Aber mit Kunststoff und Begeisterung liess sich auch der heimische Familientransporter zumindest optisch in die gewünschte Richtung bringen. Ein Vorgang, der hundertfach praktiziert, zu folgenschweren Wahrnehmungsveränderungen führte. Die nun überall auftauchenden Verbreiterungen, Verspoilerungen und Tieferlegungen an braven Limousinen, deren Motoren aus Kostengründen meist auf entsprechende Modifikationen verzichten mussten, untergrub die Glaubwürdigkeit des Urbildes erheblich. Heute kann man sich ein Schmunzeln beim Anblick eines originalen BMW M3 kaum verbeissen, seine Epigonen haben seine Kriegsbemalung der Lächerlichkeit preisgegeben. Natürlich kann er nichts dafür, der BMW M3, insofern könnte fast Mitleid mit ihm aufkommen.

Glücklicherweise gibt es aber genug Zeitgenossen, die mit selektiver Wahrnehmung gesegnet, alles mit BMW-Signet goutieren, denen auch die Bangle-Ära nicht übel aufstieß, die auch einen BMW X6 als gelungenes Automobil feiern. Deshalb gibt es für die Unentwegten, die immer noch BMW E30 M3 fahren und ihm die Treue hallten, nur zwei mögliche Weltanschauungen, die Ersteren mögen ihn, weil er ein BMW ist, die Anderen mögen ihn, weil sie Mut zur eigenen Meinung haben. Letzteren gilt unser tiefster Respekt.

Youngtimer und Oldtimer sind meist wahre Schätze, die das Herz Ihrer Besitzer und zahlreichen Liebhaber häufig allen durch ihren Anblick und ihre klassische Anmut höher schlagen lassen. Die Deutsche Oldtimerszene ist eine der größten in Europa und vereint ebenso wie Oldtimer und Youngtimer - Freunde in England und Sammler klassischer Fahrzeuge in Italien und auch Holland mehrere Millionen Menschen in sich. Oldtimer-Fans und Youngtimer-Fans sehen sich häufig auf Oldtimer-Treffen und auf Teilemärkten, auf denen für den Besitzer von Liebhaberfahrzeugen nahezu alles geboten wird. Ebenso ist der rege Austausch über Oldtimer-Versicherungen und Oldtimer-Leasing ein großes Thema, da vielerorts die Ansicht besteht, dass Oltimer und auch Youngtimer eine solide Geldanlage sind, da ihre Wertsteigerung häufig immens ist. Mit der richtigen Pflege, Wartung und Verfügbarkeit von Ersatzteilen kann ein solches Sammlerfahrzeug so über die Dauer von vielen Jahren immens an Wert gewinnen. Wenn man sich auf den häufigen Oldtimer-Treffen und Terminen einmal umsieht, ist es kein Wunder, dass viele dieser fahrzeuge auf Auktionen Höchstpreise erzielen. Teilweise wundert man sich aber auch, dass bei dem Zustand von Lackierung und Karosserie Liebhaber diese Fahrzeuge erwerben, ist doch die Restauration und der Aufbau von Oldtimern häufig ein immens aufwändiges Projekt. Ob es nun ein Bugatti, ein Lamborghini, ein Porsche oder vielleicht ein Mercedes ist oder ein etwas erschwinglicherer Youngtimer von Alfa-Romeo, Fiat, Volkswagen oder BMW ist oder gar ein Exot wie ein Facel, Iso Griffo, ein Jensen, MG, ein Bizzarini odeer ein Jagaur ist, liegt meist am Geschmack des Sammlers.