admin 27. Juli 2009
Oder: Die Kunst, zwei gegensätzliche Welten wie Internet und Youngtimer zu vereinen.
Wie viele andere Liebhaber und Fans klassischer Mobile gehöre ich zu der Generation, die früher einmal monatlich erwartungsvoll zum Kiosk pilgerte. Um dem immer wiederkehrenden Ritual zu frönen, dem Kauf der Lieblings Oldtimer Zeitschrift. Oder zumindest solange in anderen Fachblättern stöberte und im Weg rumstand, bis sich der Betreiber mit einem Räuspern bemerkbar machte, um mich an mein ursprüngliches Vorhaben zu erinnern: der Kauf eines bunt bebilderten Magazins, in dem hoffentlich ein Automobil oder eine Marke behandelt wurde, zu der ich eine besondere Affinität besaß. Wie immer las ich schon auf dem Heimweg die Hälfte im Bus, um dann den Rest Inhalt in kürzester Zeit zu verschlingen. Und das habe ich über viele Jahre so praktiziert. Meine Welt für mich, ganz allein. Später dann eventuell noch der Plausch mit Gleichgesinnten und Freunden in der Kneipe um die Ecke über das ein oder andere Thema. Das wars aber auch. Und dann wieder die Warterei, bis die neue Ausgabe erschien. Und in der Zwischenzeit? Vakuum. Kein neuer Input. Keine Fragen, keine Antworten.
Mein Interesse an Youngtimern und Liebhaber-Fahrzeugen
Nicht, dass ich mich nicht gerne an diese Zeiten erinnern möchte, aber die Zeiten ändern sich. Langsam, ganz langsam tickt die Uhr. Ich nehme das in meiner eigenen Famile wahr. Meinen Vater, der typischerweise zur Nachkriegs-Generation zählt, gefällt es, klassische Automobile oder gar Vorkriegsveteranen zu fahren. Ich dagegen interessiere mich eher für die Autos, die erst noch 30 Jahre alt werden müssen. Yountimer eben. Autos, die maximal den Anwärterstatus zum Klassiker haben. Aber in den 80ern definitiv zum Straßenbild gehörten. Egal ob Brot und Butter-Alltagskombi oder reinrassiges Sportcoupe.
Und genau dieser Sprung zwischen den Generationen ist es, den ich tagtäglich erlebe. Ein Beispiel aus noch gar nicht allzu langer Vergangenheit: mein Vater stand vor einem technischen Problem. Er kam nicht weiter, weil er Ersatzteile und Einstelldaten für einen ganz bestimmten Vergaser benötigte. Sein Projekt war nicht mehr im Fluß, im örtlichen Telefonbuch gab es keinen Händler zu finden. Im Sammelsurium der Zeitschriften fand er auch nicht die passende Antwort. Schlußendlich bekam ich einen Anruf. Es gäbe da doch dieses Internet. Ich sollte doch mal schauen, ob ich dort Informationen für diese Herausforderung fände. Das Thema war relativ schnell gelöst. Ein Paar Fragen hier, ein paar Threads dort. Die Antwort kam unkompliziert und ich konnte sogar noch mit zusätzlichen Anmerkungen dienen. Und das von einem Kenner aus Neuseeland. Helle Freude am anderen Ende der Leitung.
Internet als Informationsquelle für Termine, Treffen, Tipps und Tricks und Technikwissen für den Youngtimerfan
Ich tendiere dazu, das Internet mit all seinen Möglichkeiten als eine Parallelwelt zu bezeichnen. Das erscheint in der traditionellen Welt der Automobil Historie fast gewagt. Auf der einen Seite gibt es Museen füllende Literatur und die in festgelegten Rhythmen erscheinende Fachliteratur gedruckt auf Papyrus. Zugegebenerweise geht es nicht ohne, da steckt nach wie vor viel Wissen drin. Zum Anderen das Internet. Hier wird nicht nur das nach und nach digitalisierte Gedankengut frei zur Verfügung gestellt, sondern auch eine Interkommunikation angeregt. Zwischen allen Interessens Lagern und Altersklassen. Der Austausch von Erkenntnissen ist global ermöglicht, schnelle Antworten auf Fragen von Fachleuten, die sonstwo auf dem Erdball wohnen, öffnen einen Transfer von Technikwissen rund um das Thema mit Tipps und Tricks, die man so geballt sicher nur aufwändig im Printbereich recherchieren müsste. Hier bekommt man Wind von Treffen, Terminen, Events und Rallyes. Davor, dabei und danach.
Ich möchte dabei nicht von Ungeduld oder gar Hektik sprechen, aber wenn ich eine Frage habe oder ich vor einem Problem stehe und zurecht vermute, dass es draußen in der vernetzten Welt irgend jemanden gibt, der dazu etwas Sinnvolles sagen kann, dann will ich es auch zeitnah wissen.
Um der Philosophiererei ein Ende zu machen, ein Blog zum Thema Youngtimer ist richtig wichtig. Hier vereinen sich Interessen zu Technik, Motor und sogar Fahrkünste. Und mal ehrlich, ist es nicht total klasse, sein Hobby und seine Leidenschaft mit anderen zu teilen, die möglicherweise einem sonst nie über den Weg gelaufen wären?
Also, nehmt die Tasten in die Hand und schreibt und bloggt, was das Zeug hält…
Euer Youngtimer-Fan!
Tags: Blog, Ersatzteile, klassische Fahrzeuge, Oldtimer, Oldtimertreffen, Schrauben, Termine, Youngtimer